Therapie mit Botulinumtoxin

Prof. Dr. A. Hufnagel

Was ist Botulinumtoxin?

Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin, welches vom Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird und natürlicherweise beispielsweise im Erdboden vorkommt. Es leitet sich aus dem lateinischen „botulus“ ab, da es als sogenanntes Wurstgift früher mehrfach in Wurstkonserven angefunden wurde. Biochemisch gesehen handelt es sich um einen Eiweißkomplex mit einer lähmenden und einer stabilisierenden Kette. Botulinumtoxine hemmen die Erregungsübertragung von der Nervenzelle auf den Muskel oder auf die Drüsen durch Blockade des dafür notwendigen Botenstoffes. Dadurch kommt es zur zeitlich begrenzten Abschwächung der Muskelkraft für einen Zeitraum von etwa drei Monaten. Innerhalb dieses Zeitraums wird Botulinumtoxin wieder abgebaut, die Wirkung läßt nach und erlischt schließlich, sodass bleibende Nebenwirkungen nicht möglich sind. Zum Erhalt des Therapieerfolges muss in der Regel nach 12-16 Wochen nachbehandelt werden.

In der Medizin macht man es sich zunutze bei Erkrankungen, welche mit einer krankhaften Überaktivität bestimmter Muskeln einhergehen wie beispielsweise Spastik nach einem Schlaganfall, ungewollte Bewegungsstörungen der Augen (Blepharospasmus/Augenlidkrampf), einer Gesichtshälfte (Hemispasmus facialis), der Halsmuskulatur (Torticollis spasmodicus/Schiefhals), aber auch vermehrtem Schwitzen unter den Achseln, der Handinnenflachen oder Fußsohlen (Hyperhidrosis) und verstärktem Speichelfluß und Schluckstörungen bei bestimmten neurologischen Erkrankungen wie ALS oder Morbus Parkinson (Hypersalivation). Zudem ist es eine hilfreiche Therapie bei ansonsten unzureichend beeinflußbarer chronischer Migräne.

Welche Präparate gibt es?

Derzeit befinden sich folgende Botulinumtoxin Typ A Präparate auf dem Markt. Die Handelsnamen sind:

  • Botox (Firma Allergan)
  • Xeomin (Firma Merz)
  • Dysport (Firma Ipsen)

Diese kommen alle für die Behandlung in Betracht.

Welche Krankheiten können in der Praxis von Professor Hufnagel mit Botulinumtoxin behandelt werden?
In der Praxis von Professor Hufnagel behandeln wir folgende neurologische Erkrankungen mit Botulinumtoxin:

  • Spastik primär nach einem Schlaganfall
  • Dystonien wie Torticollis spasmodicus, Blepharospasmus, Schreibkrampf, oromandibuläre Dystonien wie das Meige-Syndrom
  • Spasmus hemifacialis
  • Infantile Cerebralparese (angeborene spastische Bewegungsstörung )
  • Hyperhidrosis (krankhaft verstärktes Schwitzen)
  • Hypersalivation (verstärkter Speichelfluß oft in Kombination mit Schluckstörungen)
  • Chronische Migräne

Einige Erkrankungen werden dabei unter Ultraschall- oder EMG-Kontrolle therapiert.

Welche ästhetischen Behandlungen werden in der Praxis Professor Hufnagel mit Botulinumtoxin durchgeführt?

  • Zornesfalte
  • Stirnfalten
  • Lachfältchen
  • sog. Raucherfältchen im Mundbereich
  • Marionettenfalten und andere periorale Falten

Für die Nasolabialfalten, das Lippenvolumen etc. bieten wir die Therapie mit Hyaluronsäure- Fillern an. Sprechen Sie uns an.

Wie wird Botulinumtoxin angewandt?

Botulinumtoxin wird in Form einer Injektionslösung mit einer sehr feinen Nadel in die betroffenen Muskeln, in die Haut oder in die Speicheldrüsen injiziert.

Wie lange wirkt die Therapie?
Nach der Injektion dauert es etwa drei Tage,  bis man erste Effekte der Behandlung bemerken kann, die volle Wirkung ist nach 10-14 Tagen erreicht, sodass nach 14-21 Tagen eine Termin zur Therapiekontrolle in der Praxis vereinbart wird. Bei der ersten Behandlungssitzung wird die kleinstmögliche Menge Botulinumtoxin gespritzt, um möglichst Nebenwirkungen zu vermeiden. Im Idealfall hält die Wirkung mindestens 3-4 Monate an, beim Schwitzen sogar bis zu acht Monaten und lässt sich durch eine erneute Injektion einfach wieder auffrischen.

Wann ist Vorsicht geboten bei einer Botulinumtoxintherapie?
Eine Botulinumtoxintherapie ist nicht ratsam bei Übertragungsstörungen der neuromuskulären Endplatte wie Myastenia gravis oder Erkrankungen, die mit einer Muskelschwäche wie Muskelschwund einhergehen.

Der Arzt muss über die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente wie Aspirin, ASS, Marcumar, Pradaxa, Eliquis, Xarelto, Plavis, Iscover, Clopidogrel oder andere informiert sein.
Unter der Einnahme bestimmter Antibiotika sollte die Anwendung von Botulinumtoxin verschoben werden. Erwähnen Sie dies vor der geplanten Behandlung.
Eine Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit ist leider nicht möglich.
Bei Personen unter 18 Jahren ist die Behandlung nur  in ausgesuchten Fällen sinnvoll.

Welche Nebenwirkungen, Risiken oder Komplikationen sind möglich?

  • Vorübergehende Schmerzen an der Einstichstelle
  • Blutergüsse (Hämatome)
  • Lidlähmung oder Lidschwellung, Augentrockenheit, verminderter Tränenfluß  bei Behandlung im Augenbereich
  • Schluckstörungen bei Behandlungen im Halsbereich
  • Unerwünschte Schwächung benachbarter Muskeln

Wir werden Sie vor der Behandlung über diese speziellen Nebenwirkungen umfassend aufklären und die niedrigst mögliche Dosierung wählen, um diese Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wenn Sie bereits mit Botulinumtoxin behandelt wurden, ist es für uns hilfreich, wenn Sie Ihren Behandlungsplan mitbringen. Dieser enthält die Information über das verwendete Präparat, die Dosierung, die gewählt wurde sowie Informationen über die behandelten Muskeln und die Wirksamkeit.

Welche Kosten kommen auf mich zu?
Bei medizinischer Indikation, also den oben genannten Erkrankungen, wird die Behandlung von Ihrer Krankenversicherung übernommen. In der Regel beantragen wir vorweg für Sie die Kostenübernahme.
Wünschen Sie eine Behandlung in einer nichtmedizinischen, sogenannten ästhetischen Indikation wie Faltenbehandlung, ist dies eine Leistung, welche privat gezahlt werden muss und nicht von Ihrer Krankenversicherung übernommen wird. Auch diese ästhetischen Therapieverfahren sowohl mit Botulinumtoxin als auch mit Hyaluronsäure bieten wir in der Praxis an. Sprechen Sie uns an.

 

Prof. Dr. A. Hufnagel • Neurologische Privatpraxis
Blumenstraße 11-15 • D- 40212 Düsseldorf • Tel: + 49-211-87638480 • info@neuro-consil.de