Spannungskopfschmerz

Prof. Dr. A. Hufnagel

Welche Symptome habe ich bei episodischem und chronischem Spannungskopfschmerz?

Der episodische Spannungskopfschmerz ist der häufigste Kopfschmerz überhaupt. Sowohl beim episodischen wie auch beim chronischen Spannungskopfschmerz kommt es zu dumpf-drückenden Schmerzen, die beidseits vorne am Kopf, am Hinterkopf oder auch im ganzen Kopf lokalisiert werden. Oft wird die Beschreibung eines „engen Bandes um den Kopf“ oder eines „zu engen Hutes“ benutzt. Auch ein „Gefühl der Benommenheit“ kann auftreten. Begleitsymptome in Form von Übelkeit und Licht- oder Lärmempfindlichkeit, wie sie z. B. bei der Migräne vorkommen, sind eher selten. Eine tageszeitliche Bindung der Kopfschmerzen ist in der Regel nicht zu beobachten. Körperliche Anstrengung verschlimmert den Spannungskopfschmerz nur unwesentlich, so dass in den allermeisten Fällen auch die Arbeitsfähigkeit durch den Spannungskopfschmerz nicht oder nicht wesentlich eingeschränkt ist. Eine erhöhte Druck- und Schmerzempfindlichkeit der Hals- und Nackenmuskulatur sowie der Kopfhaut wird von vielen Patienten berichtet und ist am ehesten durch eine Aktivierung von Schmerzrezeptoren in diesem Bereich verursacht.

Die episodische und die chronische Form des Spannungskopfschmerzes werden unterschiedlich behandelt. Wichtig für die richtige Zuordnung ist die Häufigkeit des Auftretens. Tritt der Kopfschmerz an weniger als 15 Tagen pro Monat auf, wird er als episodischer Spannungskopfschmerz bezeichnet. Bei Auftreten von Spannungskopfschmerzen an mehr als 15 Tagen pro Monat oder häufiger als an 180 Tagen pro Jahr handelt es sich um einen chronischen Spannungskopfschmerz. Meist entwickelt sich der chronische Spannungskopfschmerz aus einem bereits bestehenden episodischen Spannungskopfschmerz.

Bei verschiedenen Erkrankungen im Bereich des Kopfes oder auch z. B. bei Bluthochdruck können Kopfschmerzen auftreten, die vom Charakter wie Spannungskopfschmerz aussehen. Zu diesen Erkrankungen gehören Entzündungen in den Nasennebenhöhlen, Blutungen im Gehirn oder in der weichen Hirnhaut, Thrombosen in den gehirnversorgenden Gefäßen oder auch ein Einriss in einer zum Gehirn führenden Arterie. Diese sog. sekundären Kopfschmerzformen müssen ausgeschlossen werden, bevor die Diagnose eines Spannungskopfschmerzes im eigentlichen Sinne gestellt werden darf.

Wer ist von episodischem und chronischem Spannungskopfschmerz betroffen?

Der Spannungskopfschmerz kann bei Patienten jeden Alters auftreten. Männer und Frauen sind gleichhäufig betroffen.

Wie entstehen episodischer und chronischer Spannungskopfschmerz?

Wahrscheinlich liegt die Ursache eines Spannungskopfschmerzes sowohl innerhalb als auch außerhalb des Gehirns. Die sogenannte zentrale Komponente ist eine signifikant reduzierte Schmerzschwelle im Sinne einer „Sollwert-Verstellung“. Hinzu kommen möglicherweise periphere Mechanismen in der Hals- und Nackenmuskulatur. Allerdings ist der initiale Mechanismus der Schmerzentstehung bisher nicht geklärt.

Wie werden ein episodischer und ein chronischer Spannungskopfschmerz behandelt?

Der episodische Spannungskopfschmerz kann mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen oder auch Metamizol behandelt werden. Wichtig ist, dass eine zu häufige Medikamenteneinnahme vermieden wird, um keinen medikamenteninduzierten Kopfschmerz (siehe hierzu folgendes Kapitel) auszulösen.
Der chronische Spannungskopfschmerz wird mit der Gabe trizyklischer Antidepressiva, wie z. B. Amitriptylin in niedrigen Dosierungen behandelt.
Beim Spannungskopfschmerz sind unterstützende nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Ausdauersportarten und das Erlernen von Entspannungsverfahren wie z.B. der progressiven Relaxation nach Jacobson außerdem wichtige therapeutische Säulen.
Die Wirkung von Akupunktur ist umso besser, je kürzer ein Spannungskopfschmerz besteht.

Medikamenten-induzierter Kopfschmerz (MIKS)

Welche Symptome habe ich bei einem medikamenten-induzierten Kopfschmerz?

Die Betroffenen haben meist dumpf-drückende, seltener pulsierende Ganzkopfschmerzen, die sich nach mindestens dreimonatiger, jedoch meist jahrelanger und regelmäßiger Einnahme von Medikamenten, insbesondere Kopfschmerzmitteln entwickeln. Der Kopfschmerz ähnelt im Charakter dem Spannungskopfschmerz.

Wer ist von einem medikamenten-induzierten Kopfschmerz betroffen?

Betroffen sein können Menschen jeden Alters in Abhängigkeit von ihrem Medikamentenkonsum. Frauen sind allerdings wesentlich häufiger betroffen.

Welche Ursache kann ein medikamenten-induzierter Kopfschmerz haben?
Ursache ist der Medikamentenübergebrauch. Wahrscheinlich kommt es zu einer Veränderung der Schmerzmittelrezeptoren, deren Zahl und Aktivität durch den konstanten Schmerzmittelkonsum verändert wird. Besonders betroffen sind Patienten, die nichtverschreibungspflichtige kodein- oder koffeinhaltige Kombinationspräparate einnehmen. Auch die übermäßige Einnahme von Triptanen kann zu einem medikamenten-induzierten Kopfschmerz führen. Hier tritt der medikamenten-induzierten Kopfschmerz meist bereits nach 1 bis 2 Jahren auf. Auffallend ist, dass Kopfschmerzpatienten, die aus anderen Gründen Schmerzmittel regelmäßig einnehmen müssen, ebenfalls einen medikamenten-induzierten Kopfschmerz entwickeln können. Menschen, die keine Kopfschmerzvorgeschichte haben, sind nicht so gefährdet. Es scheint also eine durch die bestehende Kopfschmerzerkrankung vorhandene verstärkte Empfindlichkeit für das Entwickeln eines medikamenten-induzierten Kopfschmerzes zu geben.

Wie wird ein medikamenten-induzierter Kopfschmerz behandelt?

Die einzig sinnvolle Therapie liegt im Entzug der eingenommenen Substanzen. In leichteren Fällen kann dieser ambulant gelingen. In Abhängigkeit von der Situation kann aber auch ein stationärer Aufenthalt sinnvoller sein.

Welche Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung von Kopfschmerzen bestehen in der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel?

In der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel stehen alle Möglichkeiten zur klinischen, laborchemischen und elektrophysiologischen Untersuchung aller Formen von Kopfschmerzen zur Verfügung. Somit kann eine exakte und sachgerechte Diagnose in den meisten Fällen sofort gestellt werden. Danach können unmittelbar therapeutische Maßnahmen in Form von spezifischer Physiotherapie mit Entspannungstraining, Akupunktur und medikamentöser Therapie oder Psychotherapie eingeleitet werden, um die Kopfschmerz-Symptomatik zu lindern. Somit sind alle Therapieformen innerhalb der Praxis durchführbar.

  Abbildung 1

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Abbildung 1: Manuelle Therapie bei Halswirbelsäulen- und Spannungskopfschmerzen

  Abbildung 2

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Abbildung 2: Neural-Akupunktur am Nervus trigeminus bei einer Patientin

Welche Unterlagen soll ich zu einer ambulanten Untersuchung mitbringen?

Neben wichtigen Arztbriefen und Ergebnissen über bereits durchgeführte Untersuchungen sind möglichst auch die Ergebnisse bisher erfolgter apparativer Untersuchungen wie Kernspintomographien des Kopfes als Bildausdrucke oder CD mitzubringen sowie Schmerztagebücher oder andere von Ihnen erstellte Aufzeichnungen.

 

Prof. Dr. A. Hufnagel • Neurologische Privatpraxis
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