Morbus Parkinson

Prof. Dr. A. Hufnagel

Welche Symptome habe ich bei M. Parkinson?

Das Parkinson Syndrom ist gekennzeichnet durch die sogenannten Kardinalsymptome Akinese, muskuläre Rigidität und Ruhetremor, die in unterschiedlicher Gewichtung auftreten.

Unter Akinese versteht man eine Bewegungsarmut, die zu einer Verlangsamung und Verminderung willkürlicher und automatischer Bewegungen führt. Zu Beginn der Erkrankung kann es zu Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinsetzen, aber auch beim Umdrehen im Liegen oder Stehen kommen. Vermindertes Mitschwingen der Arme beim Gehen, reduzierte Mimik sowie Störungen der Feinmotorik mit Schwierigkeiten beim Knöpfen und Schreiben treten im Verlauf hinzu. Bei schwerer betroffenen Patienten kann es zu Gangstörungen mit Start- und Stophemmung, einem kleinschrittigen Gangbild mit vermehrter Körperneigung nach vorne oder hinten und hierdurch bedingter Sturzneigung kommen. Eine plötzlich auftretende Unbeweglichkeit beim Gehen wird als freezing (engl. = Einfrieren) bezeichnet.

Muskuläre Rigidität (auch Rigor genannt) meint eine Muskelsteife bei aktiven und passiven Bewegungen. Bekannt ist hier das Zahnradphänomen, bei dem es bei passiver Bewegung z.B. des Handgelenkes zu einem ruckartigen Nachgeben des Muskelwiderstandes wie bei einem Zahnrad kommt.

Der Ruhetremor (Zittern) ist eines der auffälligeren Symptome. Er gab der Erkrankung früher den Namen Schüttellähmung. Der Patient macht in Ruhe Bewegungen mit den Händen oder Fingern, die an Geldzählen oder Pillendrehen erinnern können. Bei Aufregung verstärkt sich das Zittern häufig. Das Zittern entsteht durch die Anspannung in gegensätzlichen Muskeln und hat beim Parkinson-Patienten eine typische Frequenz von 2-3 Hz.

Je nach Auftreten der unterschiedlichen Symptome unterscheidet man verschiedene Typen:

  • Äquivalenz-Typ: Akinese, Rigor und Tremor sind in etwa gleich stark vorhanden
  • Akinetisch-rigider Typ: nur minimaler oder fehlenderTremor aber stark ausgeprägte Minderbewegung und Muskelsteifigkeit
  • Tremor-dominanter Typ: der Tremor steht im Vordergrund - Akinese und Rigor sind nur geringer vorhanden

Welche weiteren Symptome können auftreten?

Bereits zu Beginn oder im Verlauf der Erkrankung können verschiedene andere Symptome auftreten.

  • Schmerzen oder Mißempfindungen im Rücken oder Nacken oder in den Armen oder Beinen. Zuweilen sind sie das erste Symptom einer Parkinson Erkrankung und werden oft als eine Muskel- oder Gelenkerkrankung verkannt.
  • Störungen der Blasen- oder Darmfunktion im Sinne einer Harninkontinenz oder einer Verstopfung (Obstipation). Auch die Sexualfunktion oder die Regelung von Blutdruck und Körpertemperatur können gestört sein.
  • Veränderungen der Stimmung und des Gefühlslebens. Es kann zu Ängsten, vermehrter Reizbarkeit aber auch Depressionen kommen.
  • Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit, die bis zur Demenz fortschreiten kann.
  • Störungen des Sprechens und Schluckens. Die Sprache kann undeutlicher werden, ist typischerweise leise und monoton. Schluckstörungen können die Nahrung und den Speichel betreffen und unter Umständen zu einer Lungenentzündung führen.
  • Hautprobleme, die die Haut im Gesichtsbereich fettig oder ölig als sogenanntes „Salbengesicht“ verändern. Manche Patienten leiden auch unter einer starken Trockenheit der Haut.
  • Schlafprobleme. Häufig kommt es nachts zu Unruhe und auch Alpträumen. Die Patienten fühlen sich nicht ausgeschlafen.
  • Riechstörungen. Diese sind häufig ein unerkanntes Frühzeichen. Beim genauen Hinsehen waren Riechstörungen zumeist schon einige Jahre vor Beginn der motorischen Symptome aufgetreten.

Wie entsteht ein Morbus Parkinson?

Ein M. Parkinson entsteht durch einen Mangel an Dopamin in speziellen Gehirngebieten. Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, der u.a. von der Substantia nigra, der schwarzen Substanz, gebildet wird. Zum Zeitpunkt der Geburt besitzt jeder Mensch etwa 400.000 Zellen in dieser speziellen Hirnregion, von denen schon normalerweise jedes Jahr etwa 2400 Zellen absterben. Beim Morbus Parkinson ist der Zellabbau aus bisher nicht bekannten Gründen beschleunigt. Zu Symptomen kommt es erst, wenn mehr als 80% der Substantia nigra nicht mehr funktionsfähig sind. Fehlt Dopamin, so kommt es in verschiedenen Schaltkreisen im Gehirn zu Funktionsstörungen, aus denen eine gestörte Feinabstimmung der Muskeln resultiert.

Wer ist von M. Parkinson betroffen?

Die meisten Patienten, die an einem idiopathischen Parkinson Syndrom erkranken, sind zwischen 50 und 60 Jahre alt. Ein Erkrankungsbeginn vor dem 30. Lebensjahr ist sehr selten. Eine obere Altersgrenze gibt es nicht. Die Wahrscheinlichkeit an einem idiopathischen Parkinson Syndrom zu erkranken, steigt mit dem Lebensalter. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Welche Ursachen gibt es für den Morbus Parkinson?

Zum einen gibt es sog. primäre Parkinson Syndrome. In diese Gruppe fallen die Erkrankungen, bei denen sich keine Ursache finden lässt oder bei denen Erblichkeit vorliegt:

  • idiopathisches Parkinson-Syndrom
  • hereditäre oder erbliche Parkinson-Syndrome
  • Parkinson Syndrome, bei denen sich durch Diagnostik eine spezifische Ursache finden lässt, werden in der Gruppe der sog. sekundären oder symptomatischen Erkrankungen zusammengefasst. Ursächlich können sein:
  • nach Hirnentzündungen verschiedener Ursache (Enzephalitis lethargica, AIDS-Enzephalopathie, andere Erreger)
  • durchblutungsbedingt (Schlaganfall)
  • durch Giftstoffe: Mangan, Kohlenmonoxid, MPTP (Drogenmissbrauch)
  • medikamenteninduziert: Medikamente gegen psych. Erkrankungen (Neuroleptika, Lithium),Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika), bestimmte Blutdruck- und Herzmedikamente (Kalzium Antagonisten)
  • nach Schädel-Hirn-Verletzung
  • bei Stoffwechselerkrankungen (Wilson Krankheit, Hypoparathyreoidismus)
  • sog. neurodegenerative Erkrankungen: Multisystematrophie, progressive supranukleäre Blickparese, kortikobasale Degeneration, Demenz vom Lewy-Körper-Typ, Huntingtonsche Krankheit

Wie diagnostiziert man M. Parkinson am besten?

Diagnostik und Therapie des M. Parkinson fallen in das Fachgebiet des Neurologen. Am Anfang stehen eine genaue Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und eine fachärztliche, klinisch-neurologische Untersuchung. Auch eine psychiatrische Untersuchung ist zur weiteren Eingrenzung des Krankheitsbildes notwendig. Eine Computer- oder Kernspintomographie des Gehirns sowie eine spezielle nuklearmedizinische Untersuchung (DAT-Spect) sollten veranlasst werden. Beim DAT-Spect handelt es sich um eine Untersuchung, bei der ein radioaktives Mittel in die Blutbahn gespritzt wird. Anschließend wird mit einer Spezialkamera die Strahlung in den Stammganglien gemessen und damit die Stoffwechselaktivität dieser Region sichtbar gemacht.

Wie behandelt man M. Parkinson am besten?

Zur Behandlung eines Morbus Parkinson stehen zum einen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Am bekanntesten ist hier das L-Dopa, welches den fehlenden Botenstoff Dopamin ersetzt. Es gibt weiterhin sogenannte Dopamin-Agonisten, COMT-Hemmer, MAO B-Hemmer, Anticholinergika und NMDA-Antagonisten. Welches Medikament oder welche Medikamentenkombination für Sie in Frage kommt, hängt neben Ihren Wünschen und Bedürfnissen u.a. von der Schwere und Ausprägung Ihrer Erkrankung, den Begleiterkrankungen und bereits eingenommenen Medikamenten ab.
Nichtmedikamentös hat sich eine physiotherapeutische Behandlung (spezielle Krankengymnastik) bewährt. Sie fördert die Beweglichkeit und beugt Gelenkversteifungen und Stürzen vor. Auch psychisch stützende Maßnahmen oder ein kognitives Training (Hirnleistungstraining) können bei Bedarf angewendet werden.
In besonders schweren Fällen oder wenn eine ausreichende medikamentöse Therapie nicht möglich ist, kann auch eine Tiefenhirnstimulation in besonders dafür spezialisierten Zentren erfolgen.

Welche Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung bestehen in der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel?

In der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel stehen alle Möglichkeiten zur klinischen, laborchemischen und elektrophysiologischen Untersuchung aller Formen von Morbus Parkinson zur Verfügung. Somit kann eine exakte und sachgerechte Diagnose in den meisten Fällen sofort gestellt werden. Danach können unmittelbar therapeutische Maßnahmen in Form von spezifischer Physiotherapie und medikamentöser Therapie eingeleitet werden, um die Parkinson-Symptomatik zu lindern. Somit sind alle Therapieformen innerhalb der Praxis durchführbar.

Welche Unterlagen soll ich zu einer ambulanten Untersuchung mitbringen?

Neben wichtigen Arztbriefen und Ergebnissen über bereits durchgeführte Untersuchungen sind möglichst auch die Ergebnisse bisher erfolgter elektroneurographischer Messungen oder Kernspintomographien des Kopfes als Bildausdrucke oder CD mitzubringen.

 

Prof. Dr. A. Hufnagel • Neurologische Privatpraxis
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