Restless-Legs-Syndrom

Prof. Dr. A. Hufnagel

Das Restless-Legs-Syndrom, abgekürzt RLS, übersetzt „Syndrom der unruhigen Beine“, ist wahrscheinlich eine der häufigsten Bewegungsstörungen in der Neurologie. Allerdings war es bisher auch eine der am wenigsten diagnostizierten Bewegungsstörungen.

Welche Symptome habe ich bei einem Restless-Legs-Syndrom (RLS)?

Für das „Syndrom der unruhigen Beine“ ist die Kombination von schwer zu beschreibenden unangenehmen Empfindungen mit einem zwingenden Bewegungsdrang charakteristisch. Um die Diagnose eines Restless-Legs-Syndroms stellen zu können, müssen 4 Kriterien erfüllt werden:

  • Bewegungsdrang der Beine, die üblicherweise von Missempfindungen begleitet werden. Diese sehr speziellen Missempfindungen werden tief in den Muskel lokalisiert, meistens in den Oberschenkeln oder Waden und bessern sich durch Bewegung der Beine.
  • Motorische Unruhe, so dass Patienten mit einem Restless-Legs-Syndrom sich gezwungen fühlen, sich zu bewegen, um die unangenehmen Gefühle in den Beinen zu lindern. Hierbei entwickeln die meisten Patienten verschiedene Strategien, wie Schütteln der Beine, Ausstrecken der Waden, Massieren oder Reiben und Umhergehen.
  • Die Symptome verschlechtern sich oder treten ausschließlich in Ruhe (Liegen und Sitzen) auf mit zumindest teilweiser und vorübergehender Erleichterung durch körperliche Aktivität. Typischerweise treten die Beschwerden in Entspannungsphasen, nach dem Zubettgehen oder tagsüber bei längerem Sitzen auf. Bei schwerer Betroffenen könne diese Symptome auch im Auto, im Flugzeug, bei längeren Busfahrten, im Theater oder Konzert als unerträglich empfunden werden.
  • Deutliche Betonung der Symptome abends und nachts. Bei unbehandelten Pat. zeigt sich eine tageszeitabhängige Schwere der Symptome, die besonders in den Abendstunden und in der Nacht auftreten und gegen Morgen weniger werden. Oft ist dieses Muster jeden Tag ungefähr gleich. Unter Behandlung mit spezifischen Medikamenten kann es zu Änderungen in diesem tageszeitabhängigen Muster kommen, so dass Symptome auch bereits am Morgen oder am früheren Nachmittag auftreten können.

Es können weitere Beschwerden auftreten, die jedoch für die Diagnosestellung nicht zwingend sind. So haben manche Patienten Ein- und/ oder Durchschlafstörungen, die teilweise auch mit Tagesmüdigkeit und einem Erschöpfungsgefühl einhergehen. Es kann zu ein- oder beidseitigen periodischen Beinbewegungen im Schlaf kommen. Diese können auch im Wachen und in Ruhe auftreten. Bei manchen Patienten sind andere Familienmitglieder von gleichen Symptomen betroffen.

Welche Ursachen gibt es für ein Restless-Legs-Syndrom ?

Das Restless-Legs-Syndrom wird unterschieden in eine primäre (idiopathische) Form, die etwa 2/3 der Fälle ausmacht und eine sekundäre (symptomatische) Form. Eine wesentliche Ursache des primären Restless-Legs-Syndroms liegt wahrscheinlich in einer Störung des Dopamin-Systems an einer gewissen Stelle im Gehirn. Wie es dann letztlich zu einem Restless-Legs-Syndrom kommt, ist ungeklärt. Ursachen eines sekundären Restless-Legs-Syndroms können sein:
 

  • Niereninsuffizienz (nachlassende Nierenleistung)
  • Eisenmangel,
  • Schwangerschaft,
  • Polyneuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems)
  • Radikulopathie (Erkrankung der Nervenwurzeln),
  • Parkinson-Syndrom.
  • Vitamin B12 Mangel,
  • Folsäuremangel,
  • Rheumatoide Arthritis,
  • Seltene Erkrankungen

Desweiteren gibt es viele weitere Medikamente, die ein Restless-Legs Syndrom verstärken:

Eine Liste über die wichtigsten diesbezüglichen Medikamente erhalten Sie in der Praxis von Prof. Dr. A Hufnagel.

Wer ist von einem Restless-Legs-Syndrom betroffen?

Das Restless-Legs-Syndrom tritt typischerweise bei Menschen mittleren Lebensalters zwischen 30 und 40 Jahren auf. Bei familiären Formen können auch jüngere Menschen betroffen sein. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Das Restless-Legs-Syndrom tritt bei etwa 7000 von 100.000 Personen auf und ist damit eine der häufigsten Bewegungsstörungen in der Neurologie.

Wie behandelt man ein Restless-Legs-Syndrom am besten?

Im Vordergrund der Behandlung steht nach Diagnosestellung die spezifische medikamentöse Therapie. Die primäre oder idiopathische Form des Restless legs Syndrom spricht bei vielen Patienten auf eine sogenannte dopaminerge Therapie an. Hierunter versteht man L- Dopa Präparate oder sogenannte Dopaminagonisten, wie sie typischerweise auch für die Behandlung eines Morbus Parkinson eingesetzt werden. Bei unzureichendem Therapieeffekt können weitere  Medikamente zur Behandlung des Restless-Legs-Syndroms eingesetzt werden. Liegt eine sekundäre Form des Restless-Legs-Syndroms vor, kommt es bei Therapie der Grunderkrankung häufig zu einer Linderung oder einem Verschwinden der Symptome.

Wie diagnostiziert man ein Restless-Legs-Syndrom am besten?

Die Diagnose wird anhand der oben dargestellten 4 kennzeichnenden Kriterien gestellt. Neben einer klinisch-neurologischen Untersuchung sollten eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit sowie eine Muskeluntersuchung erfolgen. Untersuchungen des Blutes dienen dem Ausschluss oder Nachweis von Veränderungen, die ein sekundäres Restless-Legs-Syndrom verursachen können. Gegebenenfalls muss auch eine Kernspintomographie des Rückenmarkkanals zum Ausschluss einer Rückenmarksschädigung oder Spinalkanaleinengung erfolgen. Eine Schlafanalyse liefert wertvolle Informationen zum Vorliegen sogenannter periodischer Beinbewegungen und zum Ausmaß von Schlafstörungen.

Welche Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung bestehen in der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel?

In der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel stehen alle Möglichkeiten zur klinischen, laborchemischen und elektrophysiologischen Untersuchung inklusive einer mobilen Schlafanalyse aller Formen von Restless-Legs-Syndrom zur Verfügung. Somit kann eine exakte und sachgerechte Diagnose in den meisten Fällen schnell gestellt werden. Danach können unmittelbar therapeutische Maßnahmen in Form von medikamentöser Therapie eingeleitet werden um die Restless-Legs-Syndrom -Symptomatik zu lindern. Somit sind alle Therapieformen innerhalb der Praxis durchführbar.

Welche Unterlagen soll ich zu einer ambulanten Untersuchung mitbringen?

Neben wichtigen Arztbriefen und Ergebnissen über bereits durchgeführte Untersuchungen sind möglichst auch die Ergebnisse bisher erfolgter elektroneurographischer Messungen oder Kernspintomographien der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule als Bildausdrucke oder CD mitzubringen,

 

Prof. Dr. A. Hufnagel • Neurologische Privatpraxis
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