Schlaf und Schlafstörungen

Prof. Dr. A. Hufnagel

Schlaf ist ein Zustand äußerer Ruhe mit Reduktion von Atemfrequenz, Puls und Blutdruck. Menschen müssen schlafen, um zu überleben. Warum das so ist und wozu der Schlaf eigentlich dient, wissen wir noch nicht. Es gibt aber verschiedene Hypothesen dazu. Gesteuert wird der Schlaf von bestimmten Zellen im Gehirn, die im Hirnstamm und im sog. Zwischenhirn liegen. Die Regelung des Schlafes mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus erfolgt über die sog. innere Uhr. Diese orientiert sich am Wechsel von Tag und Nacht. Störungen können z. B. durch Schichtarbeit oder den Jetlag bei Flugreisen entstehen.

Wie ist die normale Schlafdauer und Verteilung beim Menschen?

Das individuelle Schlafbedürfnis ist sehr unterschiedlich und schwankt etwa zwischen sechs und zehn Stunden. Das Schlafbedürfnis ist in uns angelegt und sollte nicht umtrainiert werden, da es dann zu Störungen kommen kann. Normalerweise nimmt das Schlafbedürfnis mit steigendem Alter ab. Unterschieden werden der sog. REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement) und der Non-REM-Schlaf (NREM). Der Non-REM-Schlaf tritt in 4 unterschiedlich tiefen Stadien auf, die in einer Nacht im Rahmen von Schlafzyklen mehrfach durchlaufen werden. Die verschiedenen Schlafphasen unterscheiden sich durch die Frequenz der Gehirnströme, die Muskelaktivität und die Augenbewegung.

Welche Symptome habe ich bei Schlafstörungen?

Typische Symptome für gestörten Schlaf sind Tagesmüdigkeit, Leistungsminderung und Konzentrationsstörungen. Alle Schlafphasen sind an der Langzeitspeicherung von Gedächtnisinhalten maßgeblich beteiligt. Auch depressive Verstimmungen können als Folge eines gestörten Schlafes auftreten.

Welche Ursachen gibt es für Schlafstörungen?

Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet in ihrer Internationalen Klassifikation von Krankheiten 88 verschiedene Schlafstörungen. Einige wichtige werden nachstehend erläutert.

Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS): Während des Schlafes kommt es durch ein Zurückfallen der Zunge zum Schnarchen mit Atempausen. Diese Atempause führt dann zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Gehirns, welche als Alarmreaktion des Körpers eine Weckreaktion zur Folge hat. Die meisten Weckreaktionen führen allerdings nicht zu einem vollständigen Aufwachen, sondern haben einen Anstieg von Pulsfrequenz und Blutdruck zur Folge. Der Schlaf ist nicht mehr so erholsam und die Betroffenen sind tagsüber müde. Außerdem führen die nächtlichen Blutdruckanstiege zu einer erhöhten Gefährdung durch Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Schweregrad eines Apnoe-Syndromes ist abhängig von der Anzahl der Atempausen pro Stunde

  • leicht :>5 Apnoephasen/Stunde von 10sek Dauer
  • mittelgradig:10-20 Apnoephasen/Stunde
  • schwer: >20 Apnoephasen/Stunde

Die Graduierung erfolgt durch eine Schlafanalyse, in der Atmung, Bewegung des Brustkorbes, Sauerstoffgehalt des Blutes und die Herzfrequenz aufgezeichnet werden.

Restless-Legs-Syndrom: Es treten unangenehme Missempfindungen und Bewegungsdrang in den Beinen auf, die das Einschlafen erschweren bis verhindern. Oft wird das Restless-Legs-Syndrom lange Zeit nicht als Ursache von Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit erkannt. Siehe hierzu auch unseren ausführlichen Text zum Restless-Legs-Syndrom.

Narkolepsie: Es handelt sich um eine autosomal dominant vererbte Erkrankung, bei der sich im Alter von 20-30 Jahren eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit entwickelt. Die Patienten haben in langweiligen oder monotonen Situationen einen zwingenden Schlafdrang, so dass sie kurz schlafen, aber jederzeit erweckbar sind. Später entwickelt sich die sog. Kataplexie, bei der es für Sekunden bis Minuten zu einer allgemeinen Muskelschwäche kommt. Diese wird z.B. ausgelöst durch Schreck oder Lachen. Eine sog. Schlaflähmung kann auftreten. Hierunter versteht man eine Bewegungsunfähigkeit oder Sprachblockierung beim Aufwachen, welche durch Berührung, Ansprache oder andere äußere Reize unterbrochen werden kann. Halluzinationen bei Ermüdung oder Angespanntheit können auftreten. Der Nachtschlaf ist gestört durch ein verfrühtes Einschlafen und ein verfrühtes Auftreten von REM-Schlaf.
Auch hier gehört die Schlafanalyse inklusive Ableitung der Hirnströme neben einer neurologischen Untersuchung zur Diagnostik.

Schlafstörungen bei psychischen Belastungen oder Erkrankungen: Hierbei kann es zu Einschlafstörungen, Verkürzung der Gesamtschlafzeit, wie auch zu frühmorgendlichem Erwachen kommen. Bei psychiatrischen Erkrankungen wie z.B. einer Depression kann zum einen die Behandlung der Erkrankung eine Verbesserung des Schlafes bewirken. Die Schlafanalyse dient hier zum Ausschluss anderer vorliegender Störungen, die den Schlaf zusätzlich beeinträchtigen können.
Schlafstörungen bei psychischen Belastungen treten häufig auf. Nach Ausschluss anderer Ursachen mittels Schlafanalyse kann hier durch Therapien wie Akupunktur, Psychotherapie oder auch eine medikamentöse Behandlung schnelle Abhilfe geschaffen werden.

Schlafstörungen bei internistischen Erkrankungen: Auch im Rahmen internistischer Erkrankungen kann es zu Ein- und Durchschlafstörungen kommen. Wichtig ist, dass die Grunderkrankung diagnostiziert und behandelt wird. Eine Schlafanalyse kann dann möglicherweise zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und hierdurch auch eine Verbesserung der Grunderkrankung ermöglichen.

Wie diagnostiziert man Schlafstörungen am besten? Ambulante Schlafdiagnostik (ambulantes Schlaflabor) in der Praxis von Prof. Dr. A Hufnagel

Neben der Erhebung der Krankengeschichte mit besonderem Augenmerk auf Schlafgewohnheiten, Begleiterkrankungen und Medikation sind in Abhängigkeit von den Beschwerden eine neurologische Untersuchung sowie Zusatzuntersuchungen wie EEG oder Ultraschall der Hals- und Hirngefäße notwendig.

In der Praxis von Prof. Dr. A Hufnagel ergibt sich zudem die Möglichkeit einer ambulanten oder auch mobilen Schlafanalyse. Dazu werden in der Praxis am späten Nachmittag Klebelektroden für die Messung der Gehirnströme (EEG), der Augen- und Brustkorbbewegungen und des Herzrhythmus (EKG) schmerzfrei an Kopf und Brustkorb angelegt. Der Patient benötigt neben einem T-Shirt oder Unterhemd, welches zur Nacht anbehalten wird, für den Heimweg eine Kopfbedeckung. Zuhause muss dann vor dem Schlafengehen noch ein Fingerclip zur Messung des Sauerstoffgehaltes des Blutes, sowie die Nasensonde zur Aufzeichnung des Atemstromes angelegt werden. Die Messung erfolgt geräuschlos mit einem kleinen Rekorder. Es sind normale Bewegungen während des Schlafes damit möglich. Am nächsten Morgen können die Elektroden durch den Patienten leicht entfernt und das Gerät zur Auswertung in unsere Praxis zurückgebracht werden. Innerhalb von 1-2 Stunden erfolgt die Analyse der erhobenen Werte und es können dann in einem Gespräch über Diagnose und Therapie beraten und notwendige therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden. 

Diese ambulant durchgeführte Schlafuntersuchung ist günstiger als ein Schlaflabor, da der Schlaf unter den gewöhnlichen Umständen zu Hause gemessen wird.

Welche Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung bestehen in der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel?

In der Praxis von Prof. Dr. Hufnagel stehen alle Möglichkeiten zur klinischen und apparativen Untersuchung inklusive einer mobilen Schlafanalyse aller Formen von Schlafstörungen zur Verfügung. Somit kann eine exakte und sachgerechte Diagnose in den meisten Fällen schnell gestellt werden. Danach können unmittelbar therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden. Somit sind alle Therapieformen innerhalb der Praxis durchführbar.

Welche Unterlagen soll ich zu einer ambulanten Untersuchung mitbringen?

Neben wichtigen Arztbriefen und Ergebnissen über bereits durchgeführte Untersuchungen sind möglichst auch die Ergebnisse bisher erfolgter apparativer Maßnahmen mitzubringen.

 

Prof. Dr. A. Hufnagel • Neurologische Privatpraxis
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